Ein Angebot

Ein Zuhause für immer

Jesus ging nach Hause, und wieder strömten so viele Menschen bei ihm zusammen, dass er mit seinen Jüngern nicht einmal zum Essen kam. Als seine Angehörigen das erfuhren, machten sie sich auf, um ihn mit Gewalt zurückzuholen, denn sie sagten sich: „Er muss den Verstand verloren haben.“

 Inzwischen waren seine Mutter und seine Brüder angekommen. Sie blieben vor dem Haus und ließen ihn herausrufen. Die Menschen, die dicht gedrängt um Jesus herumsaßen, gaben ihm die Nachricht weiter: Deine Mutter und deine Brüder sind draußen und fragen nach dir.“ „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“, antwortete Jesus. Er sah die Menschen an, die im Kreis um ihn herum saßen: „Das hier ist meine Mutter, und das sind meine Brüder! Jeder, der nach Gottes Willen lebt, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.“

Markus-Evangelium Kapitel 3, Verse 20-21 und 31-35

 Genial, dass so viele Menschen kommen, um Hilfe von Jesus zu erfahren und die gute Botschaft von Gott zu hören. Gerade deshalb überrascht die Reaktion der Verwandten. Maria, die Mutter von Jesus, hatte die unvergesslichen Worte des Engels bereits vor seiner Geburt gehört: „…Er [Jesus] wird große Autorität haben und Sohn des Höchsten genannt werden…“(Lukas 1,32) Und jetzt hört sie, wie Jesus vielen Menschen hilft, sie hört von Wundern und davon, dass große Menschenmengen zu ihm kommen. Und sie meint, dass Jesus geistig verwirrt ist; meint, dass man ihren erwachsenen Sohn mit Gewalt von seinem Wirken abhalten muss! Deshalb läuft sie mit ihren anderen Söhnen eine Strecke von mehr als 30 km Luftlinie. Eine peinliche Fehlinterpretation! Die Tatsachen sprechen doch deutlich.

Kann es uns auch passieren, dass wir Tatsachen derart falsch beurteilen?

Zurück zu unserem Text: Was genau war geschehen? Die Verwandten von Jesus hatten nicht im Blick, wer Jesus wirklich ist. Sein ganzes Wesen, sein Handeln, seine Autorität über böse Mächte zeigt immer wieder, dass er wahrer Mensch und gleichzeitig wahrer Gott ist. Aber das ist nicht mit unserem Verstand zu erfassen, weil es außerhalb unseres natürlichen Erfahrungsbereiches liegt.

Dies kommt uns nun sehr bekannt vor: Weil die Familie von Jesus sein außergewöhnliches Auftreten nicht versteht, deshalb legt sie fest, dass es das nicht geben darf. Und heute? Legen Menschen fest, dass es keinen Gott geben darf, weil das, was er tut, außerhalb unseres bisherigen Erfahrungsbereiches liegt? Legen Menschen fest, dass es keinen Gott geben kann, weil sie ihn nicht verstehen? Ist dieses Vorgehen sinnvoll?

Aber die Verwandten machen doch etwas richtig: Sie suchen die direkte Konfrontation.

Auch Sie können ergebnisoffen nach der Wahrheit suchen. Dazu müssen Sie – wie die Familie damals – die direkte Begegnung mit Jesus suchen.

Ich möchte Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt: „Jeder, der nach Gottes Willen lebt, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.“ sagte Jesus. Diese persönliche Beziehung ist ein wertvolles Angebot. Bitte gehen Sie sorgsam damit um. Bei Jesus haben wir ein Zuhause, dass uns niemand nehmen kann. Dieses Zuhause hat ewigen, bleibenden Wert.

Tamara Schüppel

An dieser Stelle finden Sie in einer Woche die Fortsetzung. Wir wollen diesen Jesus kennenlernen, indem wir uns Bibeltexte aus dem Evangelium anschauen.

Bis dahin freuen sich Dietmar und Burgunde  über einen Kommentar von Ihnen zu diesem Thema und werden bei Bedarf gern antworten.

 Vielleicht möchten Sie lieber selbstständig in der Bibel lesen? Eine Bibelausgabe in gut verständlichem Deutsch können wir Ihnen dazu anbieten. Oder beschäftigen Sie ganz andere Fragen zum Thema Bibel und Gott? Gern werden wir versuchen, Ihnen zu helfen. Bitte schreiben Sie uns:    elbsandsteine@web.de

Eine gute Wahl?

Inzwischen kennen die Leute Jesus besser. Sie wissen, dass er hilft und sich persönlich um Menschen kümmert. Wir lasen von Volksmengen, die deswegen zu Jesus kamen. Jesus reagiert auf diese Tatsache:

 Dann stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er bei sich haben wollte. Sie traten zu ihm, und er wählte zwölf von ihnen aus, die er ständig um sich haben und später aussenden wollte, damit sie predigen und in seiner Vollmacht Dämonen austrieben.

Markus 3,13

Zunächst ruft Jesus zielgerichtet Menschen zu sich. Aus dieser Gruppe wird nochmals eine kleinere spezielle Gruppe ausgewählt: Zwölf Schüler, die Jesus jetzt intensiv ausbilden möchte. Normalerweise bewarben sich Schüler – Jünger genannt – um die Ausbildung bei einem Lehrer, den man Rabbi nannte. Jesus kehrt das übliche Prinzip um.

Sehen wir uns diese „Elitetruppe“ näher an. Wer wird ausgewählt?

 Die Zwölf, die er dazu bestimmte, waren: Simon, den er Petrus nannte,

Jakobus Ben Zebedäus und Johannes, sein Bruder – die er übrigens Boanerges nannte, das heißt „Donnersöhne“ -,

Andreas, Philippus und Bartholomäus, Matthäus, Thomas und Jakobus Ben Alphäus, Thaddäus,

Simon, der zu den Zeloten gehört hatte,

und Judas, der ein Sikarier gewesen war und ihn später verraten hat.

Markus 3,14-19

 O, das ist ja eine wilde Mannschaft, die Jesus auswählt. Zwei davon nennt Jesus Donnersöhne – die jungen Männer scheinen ihre Ziele etwas übereifrig zu verfolgen. Mit dabei ist auch Simon, ein ehemaliger Zelot. Bevor er Jesus kennenlernte, war er politisch aktiv in einer Partei, die Widerstand gegen die Besatzungsmacht der Römer leistete. Und Judas gehörte zuvor zu den Sikariern, übersetzt: „Dolchmänner“. Das war die militanteste Gruppe der Zeloten, die nicht vor Gewalt zurückschreckte. Die anderen Männer lernen wir in weiteren Bibeltexten kennen. Da stellt sich beispielweise heraus, dass Matthäus früher ein Zollbeamter war. Zollbeamte, jene unehrlichen Leute, die mit der Besatzungsmacht paktierten und das eigene Volk ausbeuteten! Und jetzt kommt ein Zöllner in ein Team mit Zeloten???

Jesus wählt einige Männer mit Gewaltpotential, statt ruhiger ausgeglichener Charaktere! Eine Schlägertruppe? — Jesus wählt diese Leute als zukünftige Führungskräfte. Er wählt sie als enge persönliche Mitarbeiter unter seiner Regie. Er will sie ständig in seiner Nähe haben. Es wird spannend, wenn man die Lebensläufe dieser Leute in der Bibel weiter verfolgt.

Wegen ihres bisherigen Lebenslaufs wären diese Männer durchgefallen, wenn sie sich für die Chefetage eines anerkannten Unternehmens beworben hätten. Und als Team hatten diese so gegensätzlichen Männer erst recht keine Chance. Aber Jesus wählt anders. Er kann das brauchen, was andere als nutzlos oder ungeeignet einstufen.

Wenn Jesus heute noch immer der gleiche ist, dann kann er mit unserer kaputten Vergangenheit umgehen, auch mit den schwarzen Flecken in unserem Lebenslauf. Jesus sucht freiwillige Leute, die er in seiner Nähe haben will.

Jesus arbeitet zielgerichtet: Er möchte Leute befähigen, anderen Menschen zu helfen. Dazu sollen sie Jesus, den Auftraggeber, intensiv kennenlernen.

Wenn Jesus Sie wählt, würden Sie freiwillig ein Schüler von Jesus werden?

Tamara Schüppel

An dieser Stelle finden Sie in einer Woche die Fortsetzung. Wir wollen diesen Jesus kennenlernen, indem wir uns Bibeltexte aus dem Evangelium anschauen.

Bis dahin freuen sich Dietmar und Burgunde  über einen Kommentar von Ihnen zu diesem Thema und werden bei Bedarf gern antworten.

 Vielleicht möchten Sie lieber selbstständig in der Bibel lesen? Eine Bibelausgabe in gut verständlichem Deutsch können wir Ihnen dazu anbieten. Oder beschäftigen Sie ganz andere Fragen zum Thema Bibel und Gott? Gern werden wir versuchen, Ihnen zu helfen. Bitte schreiben Sie uns:    elbsandsteine@web.de

Zuwendung und Abgrenzung 

Die Pharisäer gingen sofort hinaus [aus der Synagoge] und berieten mit den Anhängern des Herodes Antipas, wie sie ihn [Jesus] umbringen könnten. Markus 3,6

Die religiösen Führer greifen zu starken Mitteln: Es ist Machtmissbrauch und Mord, einen unschuldigen Menschen aus Hass umzubringen. Wir hatten im vorigen Blogeintrag festgestellt, dass kein wirkliches Vergehen vorlag.

Bevor wir uns selbstgerecht zurücklehnen: Kennen wir das nicht doch? Wenn das gewünschte Bild über eine unliebsame Person nicht von selbst zustande kommt, hilft man nach. Unsere Mittel sind meist „anständiger“: Übertreibung, Herabwürdigung, Verleumdung… Trotzdem fügen wir anderen damit bewusst Schaden zu.

Wie reagiert Jesus auf den Hass der Pharisäer?

Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Eine Menschenmenge aus Galiläa folgte ihm. Auch aus Judäa, Jerusalem und Idumäa, aus dem Ostjordanland und der Gegend von Tyrus und Sidon kamen sie in Scharen zu ihm, weil sie von seinen Taten gehört hatten. Markus 3,7-8

Jesus zieht sich zurück. Er hat die Freiheit, nicht auf den Hass zu reagieren und sich nicht davon beeinflussen zu lassen. Während die Mächtigen seinen Tod beschließen, arbeitet er mit den anderen Leuten weiter.

Es ist eine grundsätzliche Tatsache: Jesus zieht sich aus unserem Leben zurück, wenn wir uns bewusst gegen ihn entscheiden.

Inzwischen ist Jesus im ganzen Land bekannt. Die Leute laufen in Scharen herbei. Hier am See ist Platz für die Menschenmenge. Aber wie reagiert er auf diese Volksmenge, die ihm nachläuft?

Da befahl er seinen Jüngern, ihm ein Boot bereitzuhalten, damit die Menge ihn nicht so bedrängte, denn er heilte viele. Und alle, die ein Leiden hatten, drängten sich an ihn heran, um ihn zu berühren. Und wenn von bösen Geistern besessene Menschen ihn sahen, warfen sie sich vor ihn nieder und schrien: „Du bist der Sohn Gottes!“ Doch Jesus verbot ihnen streng, ihn bekannt zu machen. Markus 3,9-12

Es wird gedrängelt und geschubst; es gibt Unruhe und Stress. Wer will schon die Chance seines Lebens verpassen, um gesund zu werden? Vielleicht fangen einige an, eine zaubermittelähnliche Wirkung von der Berührung mit Jesus zu erwarten. Jesus organisiert schnell und zielgerichtet mit klaren, sachlichen Anweisungen an seine Schüler. Er lässt keine Hysterie und keinen Fanatismus zu. Mittels eines Bootes will er die notwendige Ruhe und Ordnung herstellen. Zu diesem Zweck vergrößert er den Abstand zu den Leuten.

Jesus bleibt seinem Auftrag treu: Er zeigt den Menschen, wie Gott ist. Er heilt, er ist an ihnen persönlich interessiert, er schließt keinen aus. Auch Kranke und Behinderte sind willkommen. Sogar verhaltensauffällige Menschen, die offensichtlich von etwas Bösem, Teuflischem beherrscht werden, dürfen zu ihm kommen. Jesus hilft in auswegloser Not und proklamiert damit immer wieder seine göttliche Autorität. Aber er distanziert sich klar von einer „Zusammenarbeit“ mit bösen Mächten, selbst dann, wenn diese die Wahrheit sagen.

Jesus hilft und ist besorgt um die Menschen mit ihren Nöten – auch heute. Jedoch geht es nicht darum, einen Wunderheiler zu verehren und fanatisch zu feiern. Jesus möchte gern anderes erreichen. — Lesen Sie dazu im nächsten Blogeintrag weiter.

Tamara Schüppel

Eine wichtige Entscheidung

Es ist Sabbat, der wöchentliche Ruhetag der Juden. Strenge Gesetze stellen jede Art Arbeit unter Strafe. Als Jesus in die Synagoge zum Gottesdienst kommt, wird er scheinbar schon erwartet:

 Als Jesus ein anderes Mal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann mit einer gelähmten Hand. Seine Gegner passten genau auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, denn sie wollten einen Grund finden, ihn anzuklagen. Jesus sagte zu dem Mann mit der gelähmten Hand: „Steh auf und stell dich in die Mitte!“ Dann fragte er die Anwesenden: „Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses? Soll man ein Leben retten oder es zugrunde gehen lassen?“ Sie schwiegen. Da sah er sie zornig der Reihe nach an und war zugleich traurig über ihre verstockten Herzen. Dann befahl er dem Mann: „Streck die Hand aus!“ Der gehorchte, und seine Hand war geheilt. Die Pharisäer gingen sofort hinaus und berieten mit den Anhängern von Herodes Antipas, wie sie ihn umbringen könnten.

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 3, Verse 1-6

 Einige der Anwesenden sind nicht in der Synagoge, um Gott zu ehren. Stattdessen beobachten sie einen unschuldigen Menschen arglistig. Es geht nicht um Gerechtigkeit. Ihr Ziel ist von vornherein klar: Sie wollen Jesus „rechtskräftig“ verurteilen.

Jesus sieht diese bösen Motive. Trotzdem versucht er es nochmals. Er ist so gütig, er möchte sogar seinen Feinden helfen. Seine Fragen sind Chancen zum Umdenken: „Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses? Soll man ein Leben retten oder es zugrunde gehen lassen?“ Schweigen. Die einen entscheiden sich, ihre Böswilligkeiten heimlich, aber konsequent fortzusetzen. Andere haben scheinbar nicht den Mut, sich offen zu positionieren.

Bin ich mir bewusst, dass Jesus meine Gedanken sieht?

Jesus wird zornig über so viel Heuchelei und Boshaftigkeit, zugleich wird er traurig: Diese scheinfrommen Leute, die führenden Religionsvertreter, sind meilenweit von Gott entfernt.

Die Böswilligkeit seiner Gegner hindert Jesus nicht, dem Mann mit der gelähmten Hand zu helfen. Aber Hass vergiftet die Atmosphäre. Während des bedrückenden Schweigens hat das jener behinderte Mann sicher gespürt. Es ist schwer, im Mittelpunkt zu stehen und ganz allein eine Entscheidung zu treffen. Dieser Behinderte wagt es; er gehorcht der Aufforderung von Jesus – und er wird gesund. Jesus heilt – trotz der haarsträubenden Umstände! Und Jesus verletzt dabei nicht die strengen Sabbatregeln der Pharisäer!

Den hartherzigen und selbstgerechten „Frommen“ ist all das egal, sie haben gesehen, was sie sehen wollten: Der Anklagegrund ist gefunden, sie gehen sofort zur Beratung über. Interessant ist dabei, mit wem sich die Pharisäer hier beraten: Herodes Antipas regierte unter römischer Oberherrschaft über Galiläa im Norden und Peräa im Osten Israels. Seine Anhänger waren romfreundlich und standen normalerweise den Pharisäern feindlich gegenüber. Jetzt eint sie plötzlich ihr gemeinsamer Feind: Jesus.

Man kann nicht neutral bleiben gegenüber Jesus. Sie können sich auf Jesus einlassen. Jesus ist so gütig, so freundlich, er wartet darauf. Aber Jesus zwingt Sie nicht. Die Entscheidung der Leute damals hatte Folgen. Auch Ihre Entscheidung wird Folgen haben. Treffen Sie eine gute Entscheidung – Sie haben die Wahl. 

Tamara Schüppel

Keine Pflichterfüllung, sondern Herzenseinstellung

Es gibt Menschen, die nehmen es mit ihrem Glauben genau. Sie verzichten zu bestimmten Zeiten auf das Essen, um mehr Zeit für Gott zu haben. Es ist eine gute Tradition geworden. Aber Jesus bricht mit diesem religiösen Brauch.

 Die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten regelmäßig zu fasten. Einige Leute kamen deshalb zu Jesus und fragten: „Wie kommt es, dass die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasten, deine Jünger aber nicht?“ Jesus erwiderte: „Können die Hochzeitsgäste denn fasten, wenn der Bräutigam noch bei ihnen ist? Nein, solange der Bräutigam da ist, können sie nicht fasten. Die Zeit kommt früh genug, dass der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird. Dann werden sie fasten. Niemand näht doch ein neues Stück Stoff auf ein altes Gewand, sonst reißt das neue Stück aus und der Riss im alten Stoff wird noch größer. Und niemand wird doch neuen Wein, der noch gärt, in alte Schläuche füllen. Der junge Wein würde die Schläuche zum Platzen bringen. Dann wären der Wein und die Schläuche verdorben. Nein, neuen Wein füllt man in neue Schläuche.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 2, Verse 18-22

 Ehrlich fragende Leute bekommen Antworten von Jesus. Er nimmt sich Zeit für eine ausführliche Erklärung: Seine Schüler erleben gerade eine ganz besondere Zeit – einmalig wie eine Hochzeit. Doch zu einem späteren Zeitpunkt werden auch sie wieder fasten, sagt er.

Gerade waren die Schüler von Jesus mit ihm, ihrem Lehrer, unterwegs. Sie lernten dabei ganz intensiv, was ein echtes Leben mit Gott beinhaltet. Das Fasten war jedoch als Zeit der Rückbesinnung und des Hörens auf Gott gedacht. Wozu brauchen die Jünger zu diesem Zeitpunkt das Fasten? Es wäre nur eine religiöse Pflichterfüllung, eine leere Form – und genau das lehnt Jesus ab. Es geht Jesus nicht um regelmäßige Erfüllung von religiösen Pflichten. Es geht um echtes Leben mit Gott im Alltag. Damit seine Antwort für jedermann verständlich wird, verdeutlicht er seine Aussagen mit zwei Beispielen aus dem Alltagsgeschehen: Wein wurde damals in Lederschläuchen aufbewahrt. Logisch, dass der Gärungsprozess alte Lederschläuche zum Platzen bringt, weil das Leder nicht mehr flexibel genug ist. Analog wird das gesamte Kleidungsstück unbrauchbar, wenn man festen neuen Stoff zum Ausbessern auf ein altes Kleidungsstück aus bereits stark abgenutztem Gewebe näht.

Fazit: Echtes Leben lässt sich nicht immer in traditionelle Formen pressen, selbst dann nicht, wenn diese Formen wirklich gut sind oder bisher sinnvoll waren. Die echte Beziehung zu Gott findet ihren Ausdruck in ganz unterschiedlichen, lebensnahen Formen.

Jesus fordert auch uns zum authentischen Leben heraus. Es geht nicht um das traditionelle Einhalten von einigen frommen Formen. Wollen Sie von Herzen tun, was Gott gefällt? Dann lassen Sie sich auf Gottes Herrschaft in Ihrem Leben ein. Das bedeutet eine grundsätzliche Änderung Ihrer Einstellung (vgl. Markus 1,15). Das bedeutet, dass Sie zu einem Nachfolger von Jesus werden. Dabei gibt es fortlaufend spannende Veränderungen – so wie das die Schüler von Jesus damals auch erlebten.

Tamara Schüppel

Brauchen Sie Hilfe von Jesus?

Jesus wollte den Leuten zeigen, wie Gottes Herrschaft aussieht (vgl. Markus 1,15). Aber Gott ist anders, als die Pharisäer, die damaligen religiösen Führer, es verstanden.

Später war Jesus in seinem Haus [im Haus des Levi] zu Gast. Mit ihm und seinen Jüngern waren auch viele Zolleinnehmer eingeladen und andere, die einen ebenso schlechten Ruf hatten. Viele von ihnen gehörten schon zu denen, die Jesus nachfolgten. Als die Gesetzeslehrer von der Partei der Pharisäer sahen, dass Jesus mit solchen Leuten aß, sagten sie: „Wie kann er sich nur mit Zöllnern und Sündern an einen Tisch setzen?“ Jesus hörte das und entgegnete: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 2, Verse 15-17

 Jesus scheut nicht die Gesellschaft von Sündern und Betrügern. Gerade essen er und seine Nachfolger im Haus des Zöllners Levi. Viele andere sind dabei, ebensolche Sünder wie Levi, – und Jesus ist mitten drin! Die Pharisäer sehen das und regen sich auf – scheinbar laut genug, dass Jesus es hört.

Pharisäer, das war eine Partei, die auf die genaue Einhaltung der religiösen Gesetze und Überlieferungen Wert legte. Diese Pharisäer mieden alles, was sie in ihrem frommen Lebensstil behindern konnte. Während sie ständig bemüht waren, alles richtig zu machen, wurden sie immer hochmütiger und waren mit ihrem Herzen oft weit von Gottes Willen entfernt. Deshalb regt sie auf, was Jesus tut.

Weil sie sich so gut auskennen in den Heiligen Schriften, weil sie verstehen, wie Gott sich unser Leben vorstellt, wissen die Pharisäer eigentlich ganz genau, dass sie vor Gott bei aller Anstrengung doch Sünder sind. Jesus bringt es in seiner Antwort auf den Punkt: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“

Viele von uns leben ein anständiges Leben. Und wir sind stolz darauf, nicht so zu sein wie die Leute mit dem schlechten Ruf. Bin ich etwa vor Gott ein Sünder?

Jesus drängt sich den Pharisäern nicht auf. Wenn die in ihrer Selbstgerechtigkeit meinen, vor Gott allein klar zu kommen – dann brauchen sie Jesus nicht. Der kümmert sich inzwischen um den sozialen Brennpunkt der Stadt.

Zu erkennen, dass ich ein Sünder bin, ist das Eine; dies zuzugeben ist schwerer. Denn plötzlich purzele ich von meinem Sockel der Selbstgerechtigkeit herunter. Plötzlich finde ich mich auf einer Ebene mit all den unangenehmen Leuten, den Leuten mit dem schlechten Ruf … Ich muss zugeben, dass ich selbst jemanden brauche, der meine Sünden vor Gott in Ordnung bringt.

Die Leute mit dem schlechten Ruf, die stadtbekannten Sünder, die scheinen auf einmal im Vorteil zu sein. Die sind sich darüber im Klaren, dass sie dringend Hilfe brauchen, jemanden, der mit ihren Sünden aufräumt. Levi hat es begriffen und deshalb tut er, was Jesus sagt. Viele andere aus seinem Umfeld folgen Jesus auch nach.

Sind Sie vor Gott ein Sünder? Brauchen Sie Hilfe von Jesus?

Tamara Schüppel

Neu anfangen?

Danach ging Jesus wieder einmal an den See hinaus. Die ganze Menschenmenge kam zu ihm und er belehrte sie. Als er weiterging und an der Zollstelle vorbei kam, sah er Levi, den Sohn von Alphäus, dort sitzen und sagte zu ihm: „Komm, folge mir!“ Der stand auf und folgte ihm.

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 2, Verse 13-14

 Das klingt, als habe der Zöllner Levi auf die Einladung von Jesus gewartet.

Zöllner waren Leute, die mit der Besatzungsmacht, den Römern, zusammenarbeiteten. Der römische Staat verpachtete Einkünfte aus Steuern und Zöllen an Zollpächter, die für ein bestimmtes Gebiet zuständig waren. Diese Zollpächter ließen die Abgaben durch Unterbeamte, also Zöllner, eintreiben, die meist aus der einheimischen Bevölkerung stammten. Natürlich versuchten Zollpächter und Zöllner sich soviel als möglich zu bereichern. Die festgesetzten Tarife wurden dabei meist überschritten Der römische Staat duldete dies wegen seiner sicheren Einnahmequelle.

Solch ein stadtbekannter und staatlich legitimierter Gauner war also Levi. Offensichtlich wollte er raus aus diesem System des Betruges. Aber so einfach ist das ja nicht.

Da hat man sich die eine oder andere unberechtigte „Kleinigkeit“ angewöhnt, weil es alle so machen. Oder weil einem kein anderer Ausweg einfiel. Und plötzlich merkt man, dass man die Freiheit verloren hat. Man ist in einem System gelandet, das einen förmlich zwingt, das Böse fortzusetzen.

Jesus spricht Levi ganz direkt an. Jesus, der arme Wanderprediger, lädt Levi, den reichen Zöllner ein, ihm zu folgen. Der erkennt seine Chance und nutzt sie. Für viele mag das lächerlich erscheinen, unsinnig, was Levi macht. Aber der ist scheinbar begeistert über diese unerwartete Chance und läuft sofort los.

Na, jetzt können wir mal gespannt sein: Levi, der stadtbekannte Sünder, und Jesus, der klar und deutlich sagt, was nicht in Ordnung ist. Die beiden gemeinsam?!  

Später war Jesus in seinem Haus zu Gast. Mit ihm und seinen Jüngern waren auch viele Zolleinnehmer eingeladen und andere, die einen ebenso schlechten Ruf hatten. Viele von ihnen gehörten schon zu denen, die Jesus nachfolgten. Markus Kapitel 2, Vers 15

Ein fröhliches Essen in großer Gesellschaft, keine Moralpredigten, sondern liebevolle Gemeinschaft. Viele jener Außenseiter folgen Jesus. Levi krempelt sein ganzes Leben um, denn das ist klar: Bei Jesus ist Schluss mit heimlichen Nebenverdiensten und unlauteren Geschäften. Der sagt laut und deutlich, was andere peinlich verschweigen. Aber Jesus nimmt die Leute vorbehaltlos an: Die wirtschaftlich erfolgreichen Fischer (vgl. Markus 1,16-20), den Zöllner Levi mit dem schlechten Ruf, … Auch religiösen und intelligenten Gesetzeslehrern gibt er eine Chance (vgl. Markus 2,6-12).

Das wünschen wir uns – damals wie heute: vorbehaltlos angenommen sein. Im tiefsten Grund seines Herzens hat diese Sehnsucht jeder, auch wenn wir sie manchmal unter einem coolen und unnahbaren Äußeren verstecken

Jesus lädt die Leute ein, ihm zu folgen. Das Problem der Sünde spielt er nicht herunter, sondern er hat es im Griff (vgl. Markus 2 Vers 5-12). Und genau deshalb kann Jesus – und nur er – die ersehnte Änderung für Levi bringen.

Und für Sie – wenn Sie wollen! Suchen Sie Kontakt zu Jesus.

Tamara Schüppel

Was ist Gebet?

Der letzte Blogeintrag endete damit, dass die Menschen, die Jesus bei seinem Reden und Handeln erlebten, Gott ehrten und zu ihm beteten. Bevor wir mit dem Lesen des Bibeltextes fortfahren, möchte ich Ihnen gern zeigen, was Gebet ist.

David war ein König in Israel, der vor etwa 3000 Jahren lebte. Er betete einmal so:

„Beschütze mich, Gott, ich vertraue auf dich!“

Ich sagte zum HERRN: „Du bist mein Herr! Du bist mein einziges Glück!“ …

„Du zeigst mir den Weg, der zum Leben hinführt.

Und wo Du bist, hört die Freude nie auf.

Aus deiner Hand kommt ewiges Glück.“

Psalm 16, Verse 1 und 11

Jetzt möchte ich beten:

Herr Jesus, ich freue mich auf die Wanderung in der Sächsischen Schweiz, die wir gemeinsam mit lieben Menschen planen. Ich danke dir für viele tolle Möglichkeiten zum Freuen, zum Erholen, zum Genießen. Deine Schöpfung ist wunderschön, du bist einfach großartig, Gott!

Ich bin traurig, dass ein Bekannter plötzlich und unerwartet gestorben ist. Bitte hilf seiner Familie, mit der Situation zurechtzukommen.

Ich bin so froh, dass du meinem Leben Hoffnung gibst: Eine weitreichende Perspektive, die mir niemand nehmen kann, einen Sinn, der den Tod überdauert.

Amen.

„Amen“ ist ein hebräisches Wort. Es bedeutet eine Bestätigung des Gesagten im Sinn von „So sei es.“ oder „Das ist wahr.“ Die Christen verwenden das Wort meist zum Abschluss ihres Gebetes.  Vielleicht wundern Sie sich, dass ich zu Jesus bete. Das kommt so: Zu Ostern feiern wir, dass Jesus vom Tod auferstanden ist. Er ist Gottes Sohn, deshalb dürfen wir auch zu ihm beten. Er ist der einzige „Mittler“, den Gott dazu berechtigt hat.

Nun haben Sie die Möglichkeit, mit Gott zu reden. Nehmen Sie sich einfach die Zeit:

Wenn Sie noch nie zu Gott gebetet haben und sich unsicher sind, ob es Gott überhaupt gibt, können Sie beispielweise so mit Gott reden:

Jesus, ich habe keine Ahnung, ob es wirklich einen Gott gibt.

Ich hörte, dass du freundlich bist und den Menschen zeigst, wie Gott ist. Wenn es dich tatsächlich gibt, würde ich es gern erfahren wollen.

Amen.

Wenn Sie ehrlich und aufrichtig fragen, wird Gott antworten. Bleiben Sie dran, beten Sie wiederholt. Seien Sie mutig.

Gern dürfen Sie uns fragen oder uns Ihre Erfahrungen mitteilen.

Tamara Schüppel

Die Herausforderung annehmen

Da sitzen die Gesetzeslehrer und hören Jesus zu. Sie sind anerkannte Fachleute für Glauben und Religion und wollen herausfinden, was es mit diesem Jesus auf sich hat. Welche Macht steckt hinter ihm?

Lesen Sie die Geschichte noch einmal, ich tue es auch…

Markus-Evangelium Kapitel 2, Verse 1-12

Jetzt wissen wir wieder Bescheid, was damals, vor etwa 2000 Jahren, in Kafarnaum, einem Ort im Norden Israels, vor sich ging.

Gerade  spricht Jesus in dem überfüllten Haus von Sünde. Die aufmerksamen Gesetzeslehrer haben die heiligen Schriften lange studiert und sie wissen, was Sünde ist. Ihr Denkmuster ist fest gefügt, aber Jesus fordert sie heraus. Er ist so anders. Wer ist dieser Jesus? Jetzt sagt Jesus, dass er Sünden vergibt. – Nun sind sie sicher, die Antwort gefunden zu haben: Dieser Jesus ist ein Gotteslästerer, anders kann es gar nicht sein!

Jesus fordert auch uns heraus, denn er sprengt unser Vorurteil über ihn. Lassen Sie sich darauf ein?

Die Gesetzeslehrer sitzen da, ihre negativen Gedanken über Jesus beschäftigen sie. – Oh – was ist denn das? Jesus unterbricht ihre geheimen Überlegungen und spricht sie an: „Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euch? Ist es leichter, zu einem Gelähmten zu sagen: ,Deine Sünden sind dir vergeben’ oder ,Steh auf, nimm deine Matte und geh umher’? Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.“ Der spricht von ihren Gedanken? Oh, das ist sehr peinlich, der redet laut und deutlich davon, was sie gerade vor ihm und den anderen Leuten hier verbergen. Es braucht ja nicht gleich jeder zu wissen, was sie da über diesen Jesus dachten…

Bei Jesus kommen die gut gehüteten Geheimnisse unseres Lebens ans Licht. Aber er ist freundlich und offen, trotzdem er Sie und mich ganz genau kennt.

Es wird noch peinlicher für die Gesetzeslehrer. Jesus konfrontiert sie nicht nur offen mit ihren eigenen Gedanken, darüber hinaus zeigt er ihnen gleich, dass sie sich geirrt haben: Sie hatten ja schon wiederholt gehört, dass Jesus Kranke heilt. Und nun erleben sie es selbst mit: Jesus spricht und der bisher gelähmte Mann steht auf und ist gesund. Wer das bewirken kann und wer ihnen zudem so direkt und offen spiegelt, was sie gerade gedacht haben – der ist wohl wirklich von Gott, dem Allmächtigen, autorisiert.

Als der Gelähmte einfach aufsteht, seine Matte aufhebt und aus dem Haus geht, da bricht ein Jubel los: Die ganzen Leute im Haus und vor dem Haus, auch die Gesetzeslehrer, alle, die das Wunder miterlebten, beten zu Gott und ehren ihn!

Wenn Sie sich mit Jesus beschäftigen, wenn Sie ernsthaft wissen wollen, wer dieser Jesus ist, dann wird Ihnen das auch passieren: Plötzlich erkennen Sie die Wahrheit über Jesus. Werden Sie dann auch zu Gott beten und ihn ehren?

Tamara Schüppel

 

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